N°6DEBATTE | 27.05.20

Abschied von der Wachstumsmaschine 

Ungebremstes Wirtschaftswachstum führt uns langfristig ins Verderben. Die Corona-Krise bietet eine Chance zum Umsteuern in Richtung Degrowth.

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Von Manuel Grebenjak

Illustration: Christoph Kleinstück

Manuel Grebenjak ist Mitglied der wissenschaftlichen Vereinigung Research & Degrowth und in der Klimagerechtigkeitsbewegung aktiv.

Die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 haben gravierende Schwächen unseres Wirtschaftssystems offengelegt. Dieses ist abhängig von stetigem Wachstum. Bleibt es aus, ist eine Krise unausweichlich. Gleichzeitig zerstören wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen schneller denn je, Wirtschaftswachstum geht zuverlässig einher mit Klimaerhitzung und Artensterben. Und obwohl wir global immer mehr produzieren, leben nach wie vor hunderte Millionen Menschen in Armut. Während die durchschnittliche Lebenszufriedenheit in Ländern wie Österreich trotz stetig wachsendem Konsum seit Jahrzehnten nicht mehr steigt, verbrauchen wir für diesen vermeintlichen Wohlstand ein Vielfaches der nachhaltigen Ressourcenmenge und stoßen mehr und mehr Treibhausgase aus. Daran ändern auch »grüne« Wachstumsstrategien wenig. Effizienzgewinne werden durch Mehrkonsum aufgefressen (»Rebound-Effekt«), eine Entkopplung von Naturzerstörung und Wachstum findet nicht statt.


WÖRTER: 310

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