NUMMER 9

Was zu erwarten ist

Am 9. August, fünf Tage nach der verheerenden Explosion eines Ammoniumnitratlagers im Hafen von Beirut, veröffentlichte der britische Autor und Intellektuelle Tariq Ali die eindringliche Notiz eines nicht näher genannten »Freundes« aus der libanesischen Hauptstadt. »Ich habe so etwas noch nie gesehen, Tariq«, ist darin zu lesen, »nicht in Pakistan, nicht in Sri Lanka oder in der Türkei, nicht einmal 2011 in Tunesien. Gestern war ich am Platz der Märtyrer, ich sah junge Menschen, die nur darauf aus waren, etwas zu zerstören. Sie kümmerten sich nicht darum, möglicherweise mit Covid-19 infiziert zu werden, wohlwissend, dass die Spitäler faktisch kollabiert sind und nicht dazu in der Lage wären, sie zu versorgen.

 

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KULTUR

 

 

 

 

Zur Dialektik eines Klassikers

»Oswald der Montagnard«, vor 200 Jahren geborener Fabrikantensohn aus dem Wuppertal, wird Cotton-Lord, im Nebenberuf Kommunist und Revolutionär. Die Heimatstadt Barmen hat derzeit coronare Schwierigkeiten mit ihrem großen Sohn und gesellschaftlicher Status genommen wird. Nun stehen die Oscars an.

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Von Wolfgang Häusler

»Eine politische Stammeskultur«

In Beim Sichten der Erbschaft hat Hazel Rosenstrauch vor fast drei Jahrzehnten die Milieus kommunistischer Dissidenz in Wien untersucht.

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Von Ulrich Brand

Das K-Wort

Dient es der Gerechtigkeit, Wörter zu tilgen, oder werden damit nur all jene Auseinandersetzungen vermieden, die ein Verständnis erst möglich machen?

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Von Hazel Rosenstrauch

Forum Alpbach, unverschämt elitär

An dieser Stelle dokumentieren und kontextualisieren wir Beiträge aus fast fünf Jahrzehnten TAGEBUCH. In dieser Ausgabe: ein süffisanter Kommentar des Ökonomen Theodor Prager über das Europäische Forum Alpbach.

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Tagebuch Oktober 1984

 

 

POLITIK

 

 

 

 

»Die Menschen merken, dass die Dinge schieflaufen«

Anna Svec geht als Spitzenkandidatin der Partei LINKS in die Wiener Landtags- und Gemeinderatswahlen. Ein Gespräch über die Versäumnisse der Stadt in der Wohnungsfrage, die Kämpfe um ein gutes Leben für alle, und darüber, wie man verloren gegangenes Vertrauen in klassischen Arbeitermilieus wiedergewinnt.

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Samuel Stuhlpfarrer im  Gespräch mit Anna Svec

Dulden, Leugnen, Entpolitisieren

40 Jahre nach dem rechtsextremen Attentat auf das Münchner Oktoberfest sind viele Fragen offen. Verbindungen gab es auch nach Österreich.

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Von Robert Andreasch

Zurück auf der Bühne 

Die in den Staaten Ex-Jugoslawiens in den letzten Jahrzehnten vorherrschende politische Zweiteilung zwischen »nationalistisch« und »liberal« wird zunehmend brüchig. Mittlerweile haben sich in drei der sechs Nachfolgerepubliken politische Parteien links der Sozialdemokratie etabliert.

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Von Goran Musić

Was zu erwarten ist

Am 9. August, fünf Tage nach der verheerenden Explosion eines Ammoniumnitratlagers im Hafen von Beirut, veröffentlichte der britische Autor und Intellektuelle Tariq Ali die eindringliche Notiz eines nicht näher genannten »Freundes« aus der libanesischen Hauptstadt. »

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Von Samuel Stuhlpfarrer

Rabls Blaupause

Seit fünf Jahren regiert in Wels die FPÖ. Bürgermeister Andreas Rabl gestaltet die Stadt um, geht dabei aber vorsichtiger als viele seiner Parteikollegen vor. Von einer sanierten Innenstadt, einer SPÖ am Abgrund und einem Funken Hoffnung.

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Von Moritz Ablinger

Korruption, Finanzkapitalismus, Geopolitik

Nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut steht der Libanon wieder im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit. Das Versagen der Behörden ist der systemischen Korruption geschuldet.

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Von Helmut Krieger

 

 

 

 

DEBATTE

 

 

 

 

Weimar Calling

Die Angst vor einer Cancel Culture ist bei genauerem Hinsehen ein Konstrukt. Wovor sich das vereinigte bürgerliche Establishment so fürchtet, macht aber reale Verhältnisse unsichtbar.

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Von Natascha Strobl

Die Dose gibt’s, die Dose nimmt’s

Qualitätsjournalismus darf nicht exzentrischen Milliardären à la Didi Mateschitz überlassen werden. Stattdessen muss ihn endlich eine reformierte Presseförderung stärken.

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Von Barbara Blaha

Die Schwäche des Bürgertums

In der Schweiz betrachtete es die städtische Bourgeoisie als ihre Pflicht, sich in Medien von gewisser Qualität darzustellen. In Österreich dagegen sind sie im Besitz einer Art lokaler Lumpenbourgeoisie.

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Von Armin Thurnher

Mit Scholz weiter in den Abgrund

Die SPD geht mit Olaf Scholz an der Spitze in die Bundestagswahlen. So eine Verrenkung schafft tatsächlich nur eine Partei, die mit sich selbst nicht im Reinen ist.

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Von Ines Schwerdtner

Superspreader Kapitalismus

Die Hoffnung auf ein rasches Verschwinden der Covid-19-Epidemie hat sich zumindest in Mitteleuropa zerschlagen. In Österreich, Deutschland und der Schweiz gibt es wieder beunruhigend stark ansteigende Infektionszahlen.

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Von Fabian Lehr

 

 

REZENSIONEN

 

 

 

 

Rockrebellen und Muttersöhnchen

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Von Karin Cerny

Private Einblicke

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Von Karin Moser

Monströser Humor

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Von Karin Cerny

Vererbte Wunden

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Von Andrea Heinz

Refeudalisierung des sozialen Raums

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Von Tobias Boos

Wege aus der Klimakrise

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Von Alina Brad

Überlebenskunst

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Von Hazel Rosenstrauch

Epos für eine
Widerständige

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Von Paula Pfoser

Eine vielstimmige Chronik

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Von Martin Reiterer