NUMMER 2

Gespenstische Macht

Die Künstlerin Andi Schmied fotografierte zwischen 2016 und 2020 Luxusapartments inmitten des urbanen Alltags, Wohnenklaven für Superreiche sozusagen. In diesen Enklaven, zu sehen ab Seite 14, erkennt die Soziologin Sharon Zukin »Vampirlandschaften« – und greift damit eine Metapher von Karl Marx auf: Ihm zufolge ist das Kapital »vampirgleich«, weil es das Lebendige aus der Arbeit saugt. Für den Kulturkritiker Mark Fisher wiederum, dessen Freitod sich jüngst zum vierten Mal jährte, ist es ein »gespenstisches Ding«. In The Weird and the Eerie nennt er das Kapital einen »metaphysischen Skandal«: Aus dem Nichts erschaffen, übe es als »eerie entity« doch mehr Einfluss auf unsere Gesellschaften aus als jede physische Größe.

 

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KULTUR

Andi Schmied Vampirlandschaften

 

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VON CHRISTINA TÖPFER

Eine Literaturaffäre als Ende der Kubanischen Revolution

 

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VON DAVID MAYER

POLITIK

 

 

 

 

Gespenstische Macht

Die Künstlerin Andi Schmied fotografierte zwischen 2016 und 2020 Luxusapartments inmitten des urbanen Alltags, Wohnenklaven für Superreiche sozusagen. In diesen Enklaven, zu sehen ab Seite 14, erkennt die Soziologin Sharon Zukin »Vampirlandschaften« – und greift damit eine Metapher von Karl Marx auf.

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VON BENJAMIN OPRATKO

Grenzen des Lockdown 

Die Lockdown-Strategie zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist gescheitert. Es ist an der Zeit, Bilanz über die bisherigen Maßnahmen zu ziehen und eine radikale Alternative zu formulieren.

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VON PANAGIOTIS SOTIRIS

Was Märkte entspannt

Banken und andere Finanzinstitutionen scheinen die Pandemie bislang gut zu überstehen. Ob die Finanzmarktstabilität gesichert bleibt, hängt von ihrer Regulierung ab.

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VON MARIA KADER

Wer die Butter hat

Im niederösterreichischen Gramatneusiedl hat das Arbeitsmarktservice (AMS) das »Modellprojekt Arbeitsplatzgarantie Marienthal« (MAGMA) angesiedelt. Es ist ein beispielloses Vorhaben auf historischem Boden.

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VON ANNA-ELISABETH MAYER

Ziel auf Null

Mit #ZeroCovid gibt es endlich eine linke Kampagne, die auf das große pandemiepolitische Ganze geht. Ihr zentrales Mittel – ein wirklich harter Lockdown in ganz Europa – reizt jedoch zu Widerspruch.

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VON DAVID MAYER

»Politik ist nicht Religion« 

Der französisch-libanesische Politologe Gilbert Achcar gehört zu den engagiertesten linken Intellektuellen der internationalen Antikriegsbewegung. Ein Gespräch über das neue Aufbegehren in der arabischen Welt und falsche Vereinfachungen in der internationalen Politik.

 

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TYMA KRAITT IM GESPRÄCH MIT GILBERT ACHCAR

»Uns kann niemand etwas anschaffen« 

Die Publizistin Barbara Blaha leitet mit dem Momentum Institut den einzigen progressiven Thinktank Österreichs. Ein Gespräch über behäbige Kreuzer und flexible Schnellboote, den Umsatzersatz als Gewinnsubvention für private Unternehmen und darüber, warum der Begriff der Klasse als Kategorie unverzichtbar ist.

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SAMUEL STUHLPFARRER IM GESPRÄCH MIT BARBARA BLAHA

Am Scheideweg

Verteidigung von Arbeitsplätzen auf Kosten der Umwelt oder Verknüpfung von sozialer und ökologischer Frage? Die Vielfachkrisen unserer Zeit stellen die Gewerkschaften in der Automobilindustrie vor ein Dilemma.

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VON JOHANNES GRESS

Die Verwirklichung der »gegenseitigen Achtung«

Am 8. Februar jährt sich der Todestag des Anarchokommunisten Pjotr Kropotkin zum 100. Mal. Seine Überlegungen zur Solidarität sind gerade in diesen Tagen höchst aktuell.

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VON JENS KASTNER

 

 

 

 

DEBATTE

 

 

 

 

Die Universität entlässt ihre Aliens

Mit dem neuen Universitätsgesetz wird die Lehre an Hochschulen einer jungen Reservearmee überantwortet. Für Universitätslektorinnen kommt nach der Befristung das Anstellungsverbot.

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VON BARBARA EDER

Des Kanzlers neue Kleider

Sebastian Kurz verantwortet ein tödliches Staatsversagen in der Pandemie. Was muss passieren, damit diese Wahrheit gehört wird?

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VON LUKAS OBERNDORFER

Erst wissen, dann lernen

Marlene Streeruwitz befremdet mit wirren Kommentaren: Ihr Vergleich von Quarantäneregeln für Kontaktpersonen mit den Nürnberger Rassengesetzen ist nicht hinnehmbar.

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VON JANA VOLKMANN

Eine Art »Bürochef«

Wolfgang Häusler hat in TAGEBUCH NO 12/1 die Brüche in Karl Renners Biografie erläutert, eines machtorientierten und geschmeidigen Staatsmannes. Eine Entgegnung.

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VON JOHN EVERS

Cholera, Pest und der sozialistische Tod

Die Influenza wird in der Corona-Pandemie gern zu Verharmlosungszwecken herangezogen. Dabei ließe sich aus dem Vergleich durchaus Wichtiges lernen.

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VON RICHARD SCHUBERTH

 

 

REZENSIONEN

 

 

 

 

Kader mit Mission

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VON CHRISTOPHER WIMMER

Graeber im Gespräch

 

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VON FLORIAN MÜHLFRIED

Drei Leben in einem

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VON ERICH HACKL

Einmal Putzen und zurück

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VON MARTINA KALLER

Übervolles Herz, übervoller Kopf

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VON EVA GEBER

Rauch, Freundschaft, Übergriffe, Glück

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VON BENJAMIN OPRATKO

Was hat euch bloß so ruiniert?

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VON ANDREA HEINZ

Im Nebel

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VON STEFAN SCHMITZER