N°2REZENSIONEN| 01.02.21

Im Nebel

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VON STEFAN SCHMITZER

Elena Messner
NEBELMASCHINE
Edition Atelier, 2020, 216 Seiten
EUR 21,00 (AT), EUR 21,00 (DE), 
CHF 29,90 (CH)

Fiktion bietet die Möglichkeit, einen Sachverhalt abzubilden und zugleich metaphorisch von ihm zu handeln. Das ist nicht neu. Der nächste logische Schritt dagegen erscheint neu – einen ganzen Roman just über die Fallstricke dieser künstlerischen Gleichzeitigkeit von Ab- und Sinnbild zu schreiben. Nebelmaschine, das dritte Buch von Elena Messner, funktioniert genau so: Wir lesen einen Roman, in dem es um die Aufführung eines Theaterstücks geht. Die Inszenierung soll das schwierige Verhältnis zwischen abgebildeter Wirklichkeit und »künstlerischem Mehrwert« in den Blick des Publikums schieben. Und Messners Roman hat wiederum seine eigene Aussage über dieses schwierige Verhältnis. Klingt meta? – Durchaus, ist aber nicht unzugänglich oder verkünstelt. 

Auf seinen einfachsten Nenner gebracht ist Nebelmaschine die freundliche Milieuschilderung einer dieser freien Theaterszenen, wie es sie in den österreichischen Landeshauptstädten gibt. Unsere Hauptfigur, Abgesandte des Stadttheaters in der Off-Szene, lernt eine Truppe und ihre Vorgeschichte kennen. Das ist alles nachvollziehbar; vielleicht verhandeln manche Dialoge die nötigen Fragen des Politischen im je eigenen künstlerischen Impuls zu gestelzt. 


WÖRTER: 347

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