Festungshaft

von Berthold Molden

Illustration: Ūla Šveikauskaitė

ROTE FÄDEN #2 | Der sich als zukünftiger »Volkskanzler« anpreisende FPÖ-Chef Herbert Kickl fordert dieser Tage erneut eine »Festung Österreich«.


570 wörter
~3 minuten

Die Festung, oft auch eine befestigte Stadt oder auf dem Land eine Festungskirche, war den Menschen im Mittelalter Zufluchtsort vor marodierenden Eindringlingen aller Art. Um Raub, Brandschatzung, Vergewaltigung und Totschlag durch barbarische Feindeshorden zu entgehen, floh man hinter dicke Mauern und starke Tore. Mit den Luftkriegen des Zweiten Weltkriegs hatten all diese Verteidigungsformen ausgedient. Die Festung war ins Reich der Metapher übersiedelt, stand physisch nur noch als Ruine oder Museum in der Landschaft. Wie etwa die Franzensfeste im heutigen Südtirol, die im 19. Jahrhundert als unbesiegbare »Alpenfestung« der Habsburger erbaut worden war – die Anlage kam freilich nie zum Einsatz, Südtirol aber ging dennoch verloren.

Jetzt weiterlesen? Das sind Ihre Optionen.

DIESE AUSGABE
KAUFEN

Jetzt kaufen
Erhalten Sie ab nur 8,50 Euro Ihren Online-Zugang zu allen Beiträgen dieser Ausgabe. Das gedruckte Heft erreicht Sie demnächst per Post.

EINLOGGEN

Anmelden
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Benutzernamen und Ihrem Passwort an und lesen Sie diesen Beitrag in voller Länge.
0

    Warenkorb

    Ihr Warenkorb ist leerZurück zum Shop