Auch im roten Wien herrscht Kapitalismus

von Johannes Greß

Illustration: Aelfleda Clackson

Die Causa Wien Energie ist nicht nur ein ökonomisches Fiasko, sie legt die Schwächen des sozialdemokratischen Staatsfetischs schmerzlich offen.


962 wörter
~4 minuten

Aus meiner Studienzeit kenne ich dieses uncharmante Prozedere noch als »call of shame«: »Hallo Mama, hallo Papa – sorry, das Geld ist aus!« Möglichst lang schiebt man dieses Telefonat vor sich her, erst wenn klar ist, dass auch unterm Kopfpolster nichts mehr liegt, greift man widerwillig zum Hörer. So oder so ähnlich muss das Ende August bei der Wien Energie gelaufen sein. Für die SPÖ kam die Hiobsbotschaft von der drohenden Pleite des größten österreichischen Energieversorgers zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Und zwar ganz abgesehen davon, dass Parteichefin Pamela Rendi-Wagner ihre liebe Not damit hatte, das Schlamassel im ORF-Sommergespräch einigermaßen verständlich zu machen.

Jetzt weiterlesen? Das sind Ihre Optionen.

AKTUELLES
HEFT KAUFEN

Jetzt kaufen
Erhalten Sie um nur 8,50 Euro Ihren Online-Zugang zu allen Beiträgen dieser Ausgabe. Das gedruckte Heft erreicht Sie demnächst per Post.

JETZT
ABONNIEREN

Zu den abos
Mit einem Abo lesen Sie das TAGEBUCH online unlimitiert. Jede gedruckte Ausgabe erhalten Sie, je nach Modell, bequem per Post. Ab 29 Euro.
1

    Warenkorb

    Spenden €5 - Monatlich
    1 X 5 / Monat = 5 / Monat