Schwer gefragt

von Eugenia Seleznova

Illustration: Aelfleda Clackson

Die österreichische Regierung versprach Geflüchteten aus der Ukraine eine rasche Integration in den Arbeitsmarkt. Doch es läuft schleppend. Und dubiose Arbeitgeber versuchen, aus der Not der Ukrainerinnen Profite zu schlagen.


2747 wörter
~11 minuten

Wie sie dasitzt, auf der schwarzen Ledercouch: aufrecht und wach, in rotem Hoodie und Chucks, daneben ihr sechsjähriger Sohn mit Stöpseln in den Ohren, in einem Dinosaurier-Zweiteiler. Er schaut Cartoons auf ihrem Handy. Sie sieht so aus, als wäre weiter nichts passiert. Als würde an diesem Montagvormittag in Wien ihre Heimatstadt nicht von der russischen Armee bedroht werden. Als hätte sie nicht alles hinter sich gelassen für den kleinen Jungen neben ihr, der Donuts isst und immer wieder laut lacht, wenn im Video etwas Lustiges passiert. Erst als sie über die Zukunft in Österreich spricht, fängt Anna an zu weinen. Tränen rinnen über ihre Wangen. Sie sagt: »Das Schlimmste daran, Vertriebene zu sein, ist, sich wie eine Bettlerin zu fühlen.«

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