Unter Spitzeln

von Andrea Heinz

534 wörter
~3 minuten
Unter Spitzeln
Charlotte Gneuß
Gittersee
S. Fischer, 2023, 220 Seiten
EUR 23,50 (AT), EUR 23,00 (DE), CHF 30,50 (CH)

Nicht dass es keine Geschichten über das Aufwachsen in der DDR gäbe oder ikonische Kinofilme dazu, wie etwa Sonnenallee. Während es dort aber allesamt junge Männer sind, die im Zentrum stehen, erzählt Charlotte Gneuß’ Roman Gittersee von einem jungen Mädchen, ihren ganz anderen, spezifisch weiblichen Sorgen und Nöten. Um unfrei gemacht zu werden, braucht die 16-jährige Karin nicht erst ein kommunistisches System – dafür reicht schon ihr Geschlecht. Es ist das Jahr 1976, Gittersee ein (realer) Vorort Dresdens. Hier wächst Karin mit ihrer Familie auf. Die Großmutter ist latent schlecht gelaunt, laut Karin, »weil sie den Krieg verloren hat«. Als junge Frau war die Großmutter bei der Flugabwehr, hatte die beste Zeit ihres Lebens in Kiew und Paris. Ihr Sohn, Karins Vater, wuchs derweil bei den Großeltern auf und hatte bei ihrer Rückkehr Angst vor seiner Mutter. Über seinen Vater, Karins Großvater, wird nicht gesprochen – wie sich herausstellt, war er desertiert. »Weißt du«, sagt die Großmutter zu Karin, »die Angst der Soldaten macht den Krieg kaputt.«

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