Schöne Gipskulissen
von Fabian Lutz
Texte von und über Jack Smith. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Benjamin Dittmann-Bieber, Gregor Runge, sowie Matthias Haase, Mark W. Rien und Guntram Weber.
EUR 28,80 (AT), EUR 28,00 (DE), CHF 38,50 (CH)
Wie sollen wir einen Film einordnen, in dessen Mittelpunkt hüpfende Brüste stehen, genderüberschreitende, billige Kostümierungen und schlaffe Penisse – alles gefilmt von einer brutal wackelnden Kamera? Ist das noch Camp, schon queere Subversion im Trashgewand –
oder kann das weg? Geht es nach der legendären Kulturkritikerin Susan Sontag, kann man nicht anders als Flaming Creatures, der in den USA der 1960er vielfach geschmäht und weitläufig verboten wurde, zu verehren.
Und mit ihm Jack Smith (1932–1989), eine Ikone des US-amerikanischen Undergrounds. Für Sontag steht der Fotograf, Performancekünstler und Filmemacher in einer Tradition des surrealistischen Kinos Luis Buñuels und des queeren Okkultismus Kenneth Angers. Aus heutiger Sicht möchte man die Regisseure John Waters und den kürzlich verstorbenen Rosa von Praunheim hinzufügen, ihrerseits Verfechter einer queeren Schockästhetik. Jack Smith selbst wiederum beschreibt seine Kunst so: »Man kann sich eine Vorstellung von meinen Filmen machen, indem man sich einen riesigen Veronese (Paolo Veronese, ital. Renaissancemaler, Anm.) vorstellt, der mit halluzinatorisch langsamen Bewegungen zu atmen und zu pulsieren beginnt.«
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