Waldflucht
von Evelyn Bubich
Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki
EUR 25,50 (AT), EUR 24,00 (DE), CHF 33,50 (CH)
Anstatt in die Schule geht eine Lehrerin in der kleinen piemontesischen Ortschaft Biella an einem finsteren Morgen im Jahr 1970 in den Wald. »Den Wald […] fürchtete sie nicht« – im Gegensatz zu dem, was sich wie eine böse Gewissheit für sie anfühlt, nämlich für den Suizid ihrer elfjährigen Schülerin Giovanna verantwortlich zu sein. Von diesem erfährt Silvia, die Lehrerin, aus der Zeitung, die sie an besagtem, noch frühem Tag in der einen Hand hält, während ihre lederne Aktentasche mit den korrigierten Schulheften und den sorgsam gespitzten Bleistiften in der anderen baumelt. Beides wird bald verloren gehen, genauso wie sich Silvias Spuren bald verlieren werden – auf ihrem Weg, der sie selbst in ein mysteriöses Verschwinden führt.
Die Autorin, die wie ihre Protagonistinnen aus dem italienischen Biella stammt, beschreibt mit poetischer Akribie und feinsinniger Beobachtungsgabe die örtlichen Verhältnisse, die Beschaffenheit der Landschaft wie der Pflanzenwelt, der Straßen und Felder. »Eine Weile folgte sie dem Pfad, vielleicht aus einer physischen Gewohnheit, dann ließ sie ihn hinter sich und begann, Hänge hinauf und hinabzugehen. […] Kastanien, Nussbäume und Birken waren Flecken und Rinnsale aus Farbe, der Himmel strömte über die Umrisse der Hügel, der Boden schwankte unter ihren Füßen wie eine schwimmende Anlegebrücke.«
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