Die Verbarrikadierung und der Schutz der weltweiten Eisschilde scheinen in Anbetracht ihrer Größe und der drohenden Klimakatastrophe ein widersprüchliches Vorhaben zu sein, das auch kollektiv kaum zu bewältigen ist. Ausgehend von diesem Paradoxon untersucht Oliver Ressler in seinem Forschungsprojekt Barricading the Ice Sheets seit 2019 die Klimakrise und geht dabei dem Verhältnis zwischen für Klimagerechtigkeit kämpfenden Aktivistinnen und Künstlern sowie Kulturschaffenden nach. Neben Filmen, einer Konferenz (die im Februar 2020 bei Camera Austria in Graz stattfand), Publikationen und Einzelausstellungen ist im Rahmen des Projekts eine Fotoserie entstanden.

Fotografien der vom Klimawandel betroffenen Landschaften werden (in die Bilder digital hineinmontierten) Aussagen gegenübergestellt, die ursächlich mit dem Wandel und der Zerstörung dieser Landschaften in Verbindung stehen. Zu sehen ist etwa eine Permafrostlandschaft in Alaska, die anders als es ihr Name suggeriert, keineswegs permanent ist, sondern aufgrund der globalen Erwärmung auftaut und somit die Fragilität und Gefährdung der im »ewigen Eis« gelegenen Landschaften veranschaulicht. Die Folge dieser Transformation der Permafrostböden ist die Freisetzung großer Mengen von Methan, dessen Treibhauspotenzial 25-mal so hoch geschätzt wird wie jenes von CO2. Das Methan gelangt in die Atmosphäre, was die Erderwärmung weiter vorantreibt und so die Gefahr von Waldbränden, Trockenperioden und Starkregen erhöht.

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