Über Unherrschaft

von Florian Mühlfried

Foto: Guido van Nispen

Der Streit über die Wesensform des Anarchismus ist so alt wie die Idee selbst. Ein Plädoyer für einen anthropologischen Perspektivenwechsel im Anschluss an David Graeber.


1768 wörter
~8 minuten

Frei von Herrschaft – so stellt man sich das Leben im realen Anarchismus gerne vor. Frei von Herrschaft, so heißt auch ein Buch des vor einem Jahr verstorbenen David Graeber über die Grundzüge einer anarchistischen Anthropologie. Es geht um Werte wie Geselligkeit, Einstimmigkeit, Wohlstand und Schönheit sowie um »Einrichtungen der direkten Demokratie, des Konsens und der Vermittlung«. Mit diesen begrifflichen Einordnungen steht Graeber ganz in der Tradition von Pjotr Kropotkin, der anarchistische Praxis durch vier Grundsätze geprägt sieht: moralische Sittlichkeit, Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und gegenseitige Hilfe. Auch die meisten anderen Ansätze verorten Anarchie als Resultat von Solidarität, Gemeinwohl und Empathie, die in horizontalen Verfahren, Selbstorganisation und einem unbedingten Vorzug der Gemeingüter zum Ausdruck kommt – zum Beispiel Ilija Trojanow in seinem Vorwort zum 2013 erschienenen Sammelband Anarchistische Welten.

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