Sergio Leone brachte 1971 seinen letzten Western heraus, auf Deutsch bekannt als Todesmelodie. Er steckt voller historischer Referenzen: Die mexikanische Revolution und der antikoloniale Kampf in Irland verbinden sich in den beiden Helden. Verfolgt werden diese von einem Federales-Oberst, der wie ein Nazi-Panzergeneral wirkt. Dessen erfolgloses Bemühen wiederum lässt an die einjährige Jagd auf den mexikanischen Revolutionsführer Pancho Villa durch den US-General Jack Pershing zwischen 1916 und 1917 denken. Perchings »Expedition« in ein souveränes Nachbarland, um eine terroristische Bande zu zerschlagen, führt uns direkt zur US-Regierung der Gegenwart, gegen deren assoziatives Gewirr legitimatorischer Geschichtsbezüge sich Leones Revolutionsepos wie eine trockene Dokumentation ausnimmt.
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