Der österreichische Bürgerkrieg im Februar 1934 war folgenreich, weit über Österreich hinaus. Obwohl sie nur wenige Tage dauerte, sticht die Auseinandersetzung zwischen sozialdemokratischen Schutzbünden und dem austrofaschistischen Regime als Knotenpunkt der europäischen Zwischenkriegszeit hervor.
1934 war es in Europa drei faschistischen Diktatoren und den dazugehörigen »Bewegungen« gelungen, die Regierung zu übernehmen, zwei davon stellten fast die Hälfte der Außengrenzen Österreichs. Das Deutsche Reich wollte den Wunsch vieler Österreicher und Österreicherinnen nach dem »Anschluss« erfüllen, während das faschistische Italien sich als Schutzmacht gerierte, um eben das zu verhindern. Diese Unterstützung gewährte Mussolini einem Regime, das seit dem März 1933 als ständische Diktatur regierte und damit dem korporatistischen Ideal der Faschisten nahestand.